Photovoltaikanlagen Abschreibung Beispiel Essay

Photovoltaik Abschreibung - die klassischen Abschreibungsarten

Klassische Abschreibungsarten sind die lineare und degressive Abschreibung. Dabei nimmt erstere einen größeren Stellenwert in der Praxis ein.

Weitere Möglichkeiten, die eigene Steuerlast zu senken, sind der Investitionsabzug und die Sonderabschreibung. Beide Abschreibungsformen sind als Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen gedacht. Der Investitionsabzugsbetrag wurde 2008 im Zuge der Unternehmenssteuerreform eingeführt und hat die bis dahin gültige Ansparrücklage ersetzt.

Die lineare Abschreibung

Bei der linearen Abschreibung handelt es sich um eine besonders einfache Form der Abschreibung, da die Anschaffungskosten gleichmäßig über die gesamte Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Das heißt, dass jährlich fünf Prozent der Anschaffungskosten als Abschreibung angesetzt werden können.

Zu beachten ist jedoch, dass eine zeitanteilige Berechnung im Jahr der Inbetriebnahme erfolgen muss. Die wenigsten Anlagen werden zum 01.01. eines Jahres angeschafft, weshalb dieser Punkt zu berücksichtigen ist. Entsteht die Anlage also im Mai eines Jahres, so darf die fünfprozentige Abschreibung nur anteilig für acht Monate berechnet werden. Der verbleibende Restbetrag am Ende der Abschreibungsdauer wird im 21. Jahr abgeschrieben. Der große Vorteil für den Verbraucher ist, dass er die Höhe der Abschreibung genau vorausplanen kann und so mehr Sicherheit erhält.

Die degressive Abschreibung

Die zweite Variante ist die degressive Abschreibung. Sie ist zwar schon lange bekannt, wurde aber zwischenzeitlich abgeschafft. Im Rahmen der Konjunkturpakete kann sie für PV Anlagen, die in den Jahren 2009 und 2010 angeschafft wurden, jedoch wieder genutzt werden. Die degressive Abschreibung berechnet sich prozentual vom Restbuchwert. Das heißt, dass im ersten Jahr der Inbetriebnahme die Anschaffungskosten zugrunde gelegt werden, im zweiten Jahr die Anschaffungskosten abzüglich der bereits erfolgten Abschreibung usw.

Dadurch sinkt die degressive Abschreibung von Jahr zu Jahr. Sie darf maximal das Zweieinhalbfache der linearen Abschreibung, in unserem Beispiel also 12,5 Prozent betragen. Die degressive Abschreibung muss im Jahr der Inbetriebnahme ebenfalls zeitanteilig erfolgen. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt auch von der degressiven zur linearen Abschreibung gewechselt werden, und zwar dann, wenn die degressive Abschreibung niedriger, als die lineare ist. Ein Wechsel in umgekehrter Folge, also von der linearen zur degressiven Abschreibung, ist hingegen nicht zulässig. Der große Vorteil bei der degressiven Abschreibung besteht in den hohen Abschreibungsbeträgen zu Beginn der Inbetriebnahme, die die Steuerlast deutlich verringern können.

Der Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag beträgt 40 Prozent der Anschaffungskosten, er muss jedoch als Gewinnminderung vor der Anschaffung der Photovoltaikanlage angesetzt werden. Damit kommt er nicht für Privatpersonen, sondern nur für Unternehmen in Frage, die die Anschaffung einer Photovoltaikanlage planen. Der Betrag wird im Jahr der Anschaffung der Anlage gewinnneutral aufgelöst. Dabei können Unternehmen schon vor der Anschaffung ihren Gewinn mindern, sowie im ersten Jahr der Inbetriebnahme. Obwohl die Anlage im Wert nur um fünf Prozent gesunken ist, können bereits 60 Prozent der Anschaffungskosten abgeschrieben werden, wenn alle Abschreibungen sinnvoll eingesetzt werden. Allerdings gibt es hier auch einige Regelungen zu beachten: So darf der Investitionsabzug im laufenden Geschäftsbetrieb jederzeit angesetzt werden. Ist die Anschaffung der Anlage allerdings zur Betriebseröffnung oder –Erweiterung geplant, so muss die Anlage bereits zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres fest bestellt worden sein.

Die Sonderabschreibung

Die Sonderabschreibung ist ebenfalls eine Art Ersatz für die bisher gültige Ansparrücklage. Sie kann bis zu 20 Prozent der Anschaffungskosten betragen und wahlweise vollständig im ersten Jahr der Inbetriebnahme oder verteilt auf das erste und die vier darauf folgenden Jahre genutzt werden. Die Sonderabschreibung darf schon im Jahr der Inbetriebnahme vollständig genutzt werden und nicht nur zeitanteilig. Wichtig bei der Sonderabschreibung: Sie erfordert eine Neuberechnung der Grundlagen für die lineare bzw. degressive Abschreibung nachdem der Begünstigungszeitraum beendet ist – also nach fünf Jahren. Sofern die Sonderabschreibung bereits im ersten Jahr vollständig verbraucht wurde, muss die Neuberechnung auch sofort erfolgen. Aus diesem Grund sollte ein kleiner Betrag – 100 Euro reichen oft bereits aus – bis zum Ende des fünften Jahres stehen bleiben, um so den Begünstigungszeitraum zu verlängern.

Vor- und Nachteile der Abschreibungsmöglichkeiten

Die vier verschiedenen Abschreibungsmöglichkeiten lassen natürlich reichlich Spielraum. Deshalb sollen die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten im Folgenden dargestellt werden:

AbschreibungsformVorteileNachteile
Lineare Abschreibung
  • beste Planbarkeit durch gleichbleibende Abschreibungsbeträge
  • vergleichsweise geringe Abschreibungsbeträge
Degressive Abschreibung
  • hohe Abschreibungsbeträge zu Beginn der Inbetriebnahme
  • Wechsel zur linearen Abschreibung möglich
  • nur für Anlagen, die 2009 und 2010 angeschafft wurden
Investitionsabzugsbetrag
  • hohe Abschreibung schon vor der Anschaffung möglich
  • ausschließlich für kleine und mittlere Unternehmen
  • Gewinn muss im Jahr der Rücklagenbildung unter 100.000 € liegen
Sonderabschreibung
  • hohe Abschreibung schon bei Anschaffung möglich
  • hohe Abschreibungen auch in den ersten vier Folgejahren möglich
  • ausschließlich für Unternehmen
  • maximales Anlagevermögen am Ende des Geschäftsjahres: 204.517 €
  • Anlage muss mindestens ein Jahr als Betriebseigentum genutzt werden
  • Nutzung ausschließlich betrieblich

Rechenbeispiele für die Abschreibungsformen

Die graue Theorie ist für viele Verbraucher ein Buch mit sieben Siegeln, deshalb soll folgendes Beispiel verdeutlichen, welche Abschreibungen mit welcher Variante möglich sind:

Wir legen eine PV Anlage mit einer Spitzenleistung von fünf kWp zugrunde. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 15.000 Euro. Die Anlage wurde am 01. März 2010 in Betrieb genommen.

Lineare Abschreibung:
Jahr der Anschaffung 5 % von 15.000 € = 750,00 €
750,00 € * 10/12 = 625,00 €

Da die lineare Abschreibung immer gleich hoch bleibt, werden in den Jahren von 2011 bis 2030 jährliche Abschreibungen von 750,00 € angesetzt. 2031 werden die restlichen 125,00 €, die sich aus der Differenz im ersten Jahr der Inbetriebnahme ergeben, abgesetzt.

Degressive Abschreibung:

Grundlage für die Berechnung im ersten Jahr:

Jahr der Anschaffung 12,5 % von 15.000 € = 1.875,00 €
1.875,00 € * 10/12 = 1.562,50 €

Grundlage für die Berechnung im Folgejahr:

Jahr der Anschaffung 15.000,00 – 1.562,50 € = 13.437,50 €
12,5 % von 13.437,50 € = 1.679,69 €

usw.

Daraus ergibt sich folgendes Abschreibungsmodell:

Lineare Abschreibung Degressive Abschreibung
JahrAbschreibungswert Restbuchwert Abschreibungswert Restbuchwert
2010125 €14.875 €1.563 €13.437 €
2011750 €14.125 €1.680 €11.757 €
2012750 €13.375 €1.470 €10.288 €
2013750 €12.625 €1.287 €9.002 €
2014750 €11.875 €1.126 €7.876 €
2015750 €11.125 €985 €6.892 €
2016750 €10.375 €862 €6.030 €
2017750 €9.625 €754 €5.276 €
2018750 €8.875 €660 €4.617 €
2019750 €8.125 €578 €4.040 €
2020750 €7.375 €506 €3.535 €
2021750 €6.625 €442 €3.093 €
2022750 €5.875 €387 €2.706 €
2023750 €5.125 €339 €2.368 €
Wechsel von der degressiven zur linearen Abschreibung
2024750 €4.375 €339 €2.029 €
2025750 €3.625 €339 €1.691 €
2026750 €2.875 €339 €1.353 €
2027750 €2.125 €339 €1.014 €
2028750 €1.375 €339 €676 €
2029750 €625 €339 €339 €
2030625 €0 €339 €0 €
Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung:

Vor der Anschaffung können 40 Prozent der Anschaffungskosten gewinnmindernd geltend gemacht werden:

2009 40 % von 15.000 € = 6.000,00 €

Obwohl die Anlage noch nicht angeschafft wurde, wirkt sich der Investitionsabzug bereits aus. Wird die Anlage ein Jahr später tatsächlich angeschafft, müssen die Anschaffungskosten jedoch um den Investitionsabzugsbetrag verringert werden, um keine doppelte Abschreibung zu erhalten. Daraus ergibt sich folgende Beispielrechnung:

Anschaffungskosten:15.000,00 €
abzgl. Investitionsabzugsbetrag-6.000,00 €
Summe9.000,00 €
Sonderabschreibung (19 % für Verlängerung des Begünstigungszeitraums)-1.710,00 €
degressive Abschreibung-1.125,00 €
Restbuchwert:6.165,00 €

Der Restbuchwert sinkt im Vergleich zur degressiven und linearen Abschreibung sehr viel stärker schon im Jahr der Inbetriebnahme. Dennoch sind die beiden Varianten nur bedingt zu empfehlen, da sie ausschließlich Unternehmern vorbehalten sind.

Die Abschreibung selbst und deren Art ist ein wichtiger Faktor bei der Ermittlung der Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage.

Abschreibung Photovoltaikanlage - alle wichtigen Informationen

Photovoltaikanlagen gelten als Wirtschaftsgüter und erlauben damit verschiedene Formen steuerlicher Abschreibung. Voraussetzung ist natürlich, dass für den erwirtschafteten Gewinn bzw. das normale Gehalt Einkommens- oder Lohnsteuer gezahlt werden. Solaranlage.de informiert Sie über das Thema Abschreibung Photovoltaikanlage.

Abschreibung im Bereich Solaranlagen

Nach dem Steuerrecht gelten aufliegende Photovoltaik-Dachanlagen als abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter. Dementsprechend sind verschiedene Formen steuerlicher Absetzung möglich, die für nicht bewegliche Anlagen (z.B. Indach-Anlagen) nicht oder nur bedingt zutreffen. Die derzeit möglichen Formen steuerlicher Solaranlagen Abschreibung umfassen:

  • Lineare Abschreibung
  • Degressive Abschreibung (nur für Anlagen vor dem 31.12.2010)
  • Investitionsabzug
  • Sonderabschreibung
Sie suchen eine Photovoltaikanlage?Photovoltaikanlage findenVergleichen Sie mehrere Angebote von Fachhändlern

Die bis zum 31.12.2010 gültige Form der degressiven Abschreibung ist für später gebaute Solaranlagen nicht mehr möglich, gilt jedoch weiterhin für Anlagen, die nach dem 1.1.2009 und vor dem 31.12.2010 in Betrieb genommen wurden. Mit Ausnahme der linearen und degressiven Abschreibung, die sich gegenseitig ausschließen, sind alle Formen der Solaranlagen Abschreibung kombinierbar. Zusätzlich können auch weitere im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage entstandene Kosten (z.B. Dachrenovierungen, Fahrtkosten, Leitern, Reinigungs- und Sicherungsmaterial) geltend gemacht werden. Für Unternehmen gilt natürlich ebenfalls die Rückerstattung der Umsatzsteuer.

Mögliche Formen der Abschreibung von Photovoltaikanlagen

Da Photovoltaikanlagen abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter sind, trifft auf sie die AfA-Regelung zu. AfA bedeutet Abschreibung für Abnutzung und betrifft die Möglichkeit, den Anschaffungspreis eines Wirtschaftsguts auf seine Nutzungsdauer umzulegen. Die Grundlage bildet die durchschnittliche Lebensdauer des Wirtschaftsgutes. Im Falle der linearen Abschreibung einer Photovoltaikanlage werden dabei die Kosten zu gleichen Teilen auf die einzelnen Jahre aufgeteilt. Der jeweilige Anteil ist dann pro Jahr von der Steuer abschreibbar. Im Fall von Photovoltaikanlagen beträgt die Nutzungsdauer 20 Jahre, dementsprechend sind pro Jahr 5% des Anschaffungspreises abschreibbar.

Sie suchen eine Photovoltaikanlage?Photovoltaikanlage findenVergleichen Sie mehrere Angebote von Fachhändlern

Für Anlagen, die zwischen dem 1.1.2009 und dem 31.12.2010 in Betrieb genommen wurden, ist weiterhin eine degressive Abschreibung möglich. Dabei kann die Summe ungleichmäßig auf die einzelnen Jahre verteilt werden, wobei sie maximal das 2,5-fache der linearen Abschreibung der Solaranlage betragen darf. Bei Photovoltaikanlagen darf die höchste Summe dementsprechend 12,5% des Anschaffungspreises betragen.

Sonderfälle für die gewerbliche Abschreibung von Photovoltaikanlagen

Für kleine und mittlere Betriebe gilt zudem der Investitionsabzug. Dieser gilt für Steuern, die vor der Anschaffung zu zahlen sind, und muss zwischen ein und drei Jahren vor Inbetriebnahme geltend gemacht werden. Er kann bis zu 40% der voraussichtlichen Anschaffungskosten betragen. Außerdem können kleine und mittlere Betriebe in den ersten vier Jahren nach der Anschaffung insgesamt 20% der Kaufsumme als Sonderabschreibung geltend machen. Dabei kann die Verteilung der 20% nach Belieben auf den Zeitraum aufgeteilt werden. Dies ist insofern hilfreich, als eine höhere Summe veranschlagt werden kann, wenn ein größerer Gewinn erwartet wird, dessen Besteuerung durch die Sonderabschreibung vermindert wird. Allerdings muss nach Inanspruchnahme der Sonderabschreibung der Photovoltaikanlage die lineare Abschreibung über den Restbetrag neu berechnet werden. Insofern ist es sinnvoll, bis zum Ende des Begünstigungszeitraumes (vier Jahre nach Betriebsbeginn) einen Anteil der Sonderabschreibung für die Photovoltaikanlage zurückzuhalten.

Sie suchen eine Photovoltaikanlage?Photovoltaikanlage findenVergleichen Sie mehrere Angebote von Fachhändlern

Rechnungsbeispiel für die Abschreibung einer Solaranlage

Berechnungsgrundlage ist eine Solaranlage für 14.000 Euro. Da der Betreiber vorhat, Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen, kann er ein Gewerbe anmelden und somit die 19% Mehrwertsteuer zurückfordern (2235,29 Euro). Vom Bruttopreis 14.000 Euro zahlt der Betreiber schlussendlich also nur 11764,71 Euro. Zusätzlich können über den Investitionsabzug im Vorfeld bis zu 40% der Anschaffungskosten (4705,88 Euro) auf die vorher zu zahlenden Steuern angerechnet werden. Über die lineare Abschreibung sind zudem zwanzig Jahre lang jährlich 5% des Anschaffungspreises absetzbar (588,24 Euro). Werden jedoch über die Sonderabschreibung 20% der Kaufsumme (insgesamt 2352,94 Euro) abgeschrieben, muss nach Anrechnung der kompletten Summe die lineare Abschreibung neu berechnet werden. (Im Beispiel beträgt diese dann nur noch 470,58 Euro.) Es lohnt sich also, die komplette Sonderabschreibung der Photovoltaikanlage erst nach vier Jahren in Anspruch zu nehmen, sich also beispielweise 1% bis zum Schluss des Geltungszeitraums aufzuheben, um möglichst lange den höheren Prozentwert (588,24 Euro) zu behalten.

Sie suchen eine Photovoltaikanlage?Photovoltaikanlage findenVergleichen Sie mehrere Angebote von Fachhändlern

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums der Justiz, insbesondere hier.

Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *